Kurze Geschichte des Improvisationstheaters

Wahrscheinlich ist die Kunst der Improvisation so alt wie das Theater selbst. Schon im antiken Griechenland haben die Schauspieler*innen improvisiert, um sich für eine Aufführung vorzubereiten. Bis in die Neuzeit gab es vielen Varianten des so genannten Stegreiftheaters, das vor allem als „Einlage“ innerhalb eines Schauspiels genutzt wurde. Bekannt fürs Improvisieren war auch das Commedia dell‘arte.

Zu einer eigenen Kunstform entwickelte sich das Improvisationstheater allerdings erst in den 1950er Jahren in den USA. Hier gilt die Pädagogin Viola Spolin als Pionierin, die Improvisationsspiele als Grundlage für die Theaterausbildung erfand. Ihr Sohn Paul Sills führte dies gemeinsam mit dem Autor und Komiker Bernard Sahlins sowie dem Filmregisseur Howard Alk weiter, 1959 gründeten sie in Chicago die Comedy-Truppe The Second City. 1973 entstand dann das Second City Theatre in Toronto. Erstmals wurde Improvisationstheater nun im modernen Sinne praktiziert.

Weitere bekannte Vertreter sind Jakob Paul Moreno, Augusto Boal (unsichtbares Theater) und der Engländer Keith Johnstone, der in den 1970ern das Konzept des Theatersports entwickelte, eine bis heute sehr populäre Form des Improtheaters. Im deutschsprachigen Raum etablierte Bill Mockridge das Improtheater. 1982 gründete er nach dem Vorbild von „Second City” in Chicago das Theater „Springmaus”.

 Viele weitere Gruppen gründeten sich, wie u.a. die „Beutelboxer” in Würzburg, die „Hottenlotten” in Bochum, die „Anonyme Improniker“ in Bamberg, die „Steife Brise” in Hamburg oder die „Affirmative“ in Mainz. Man kann sagen, dass in den letzten Jahren und Jahrzehnten das Impro-Schauspiel in Deutschland bis heute wahrlich boomte mit einer schier unglaublichen Fülle an Ensembles, Schulen, Events und Veranstaltungen.

 

Inspiration

Paul Sills, einer der Pioniere des Improtheaters, bestand darauf, so sagt man, dass Impro-Schauspieler*innen immer im Augenblick bleiben sollten und nie darüber nachdenken, was sie sagen oder tun. Es gehe darum, den Intellekt zu umgehen und sich so die Freiheit zu bewahren, genau auf das zu reagieren, was im jeweiligen Moment geschieht.

Über mich

Meine erste Theatererfahrung machte ich im Alter von 6 Jahren in der Grundschule. Etwas Tiefgreifendes muss damals in mir geschehen sein, denn die Faszination und Leidenschaft für Schauspiel und Bühne ließen mich seitdem nicht mehr los. In meiner Schulzeit spielte ich in weiteren Theatergruppen, die ich zum Teil auch selbst mitgründete. Während meines „normalen“ Studiums der sozialen Arbeit an der Hochschule Fulda kam ich zum ersten Mal mit dem Improvisationstheater in Kontakt. Und da war es dann ganz und gar um mich geschehen. Es folgten viele Aus- und Weiterbildungen, u.a. bei der Steifen Brise in Hamburg, der Affirmative in Mainz, der nowHere Akademie und vielen anderen. Auch machte ich eine zweijährige Ausbildung zum Clown. 2015 kam es dann zur Gründung der Spontanisten und seit 2017 unterrichte ich als Trainer selbst. 2023 eröffnete ich dann das Improtheater Fulda in eigenen Räumlichkeiten. Mittlerweile kommen über 180 Menschen wöchentlich zu den Kursen.

Heute würde ich sagen, Impro hat mein Leben verändert und auf ganz vielfältige Weise bereichert. Ich bin unendlich stolz und dankbar, dies nun im Unterricht, bei Workshops, Events und Shows an andere Menschen weitergeben zu dürfen.

 

Mehr über mich und mein Leben neben dem Improtheater erfährst du hier:

www.shaggy-schwarz.de